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Warum der Comicmarkt schrumpft

Der Comicmarkt ist bedroht. Nicht mehr nur hier in Deutschland, wo das Comicheft schon seit langem zu kämpfen hat. Auch in den USA werden immer niedrigere Auflagen gedruckt. Marvel finanziert sich inzwischen vor allem aus dem Merchandising, die Comics selbst sind geschäftlich gesehen eher ein Alibi. Auch für Time Warner dürfte DC Comics nur deshalb interessant sein, weil man auch gleich alle Film- Game- und Spielzeugrechte besitzt. Was ist passiert?

Image-Präsident Erik Larsen hat kürzlich in seiner Kolumne One Fan's Opinion auf ComicBookResources.com von einem sehr interessanten Erlebnis erzählt. Gemeinhin wird das "Golden Age of Comics", das goldene Einstiegsalter in die Welt der Comics (ein Wortspiel, als "Golden Age of Comics" werden vor allem die Jahre 1938-50 bezeichnet, da damals die Auflagen gigantisch waren) läge bei 12 Jahren. Larsen, so schreibt er, sei ein paar Zwölfjährigen begegnet und habe gefragt, ob sie Comics lesen würden. Sie verneinten. Als er nach dem Grund fragte, hieß es, sie schienen nicht für Zwölfjährige gemacht zu sein.

Ich fürchte, diese Zwölfjährigen haben recht. In den letzten zwanzig Jahren haben sich die Comicmacher so darauf konzentriert, Comics als Kunstform zu etablieren und erwachsene Comics salonfähig zu machen, dass die Comics heutzutage eher wie für Erwachsene gemacht wirken. Es gibt fast nur noch Mehrteiler, die sich gut als Sammelband nachdrucken lassen, die Autoren und Redakteure sind zu sehr auf die Meinung erwachsener Fans bedacht.
Ich will hier keineswegs Comics für Erwachsene verdammen. Werke wie Alan Moores "Watchmen", "From Hell" und "League of Extraordinary Gentlemen", sowie Frank Millers "Sin City" oder Garth Ennis' "Preacher" sind großartig und verdienen ihren großen Erfolg. Was ich anprangern möchte ist, dass Comics, die eigentlich Kinder als Zielgruppe haben sollten sich in Erwachsenencomics verwandelt haben. Die Hintergründe sind zu komplex, die Charaktere zu tiefgründig, die Action und der Humor zu erwachsen. Wenn in "Infinite Crisis", dem größten Comicereignis 2006, der Superboy aus einem Paralelluniversum ein Massaker unter B-Helden anrichtet und dabei Köpfe und Gliedmaßen von den Körpern reisst, ist das genauso wenig kindgerecht, wie die Intrigen, die momentan zwischen den Helden bei Marvel ablaufen.

Sehen wir uns doch mal bei Marvel um. Die haben vor ein paar Jahren ein Rating-System eingeführt. Alle Spider-Man Titel, welche innerhalb des offiziellen Marvel-Universums angesiedelt sind, haben das Rating "Teens & Up", also für Teenager und älter. Ebenso die X-Men Titel, "Fantastic Four", "Avengers", "Captain America", etc. . Was ist "All Ages", also auch für Kinder lesbar? Für die hat Marvel extra eine eigene Sparte eingeführt. Da gibt es eine Serie für Spider-Man, eine für Fantastic Four... tja, das war's dann aber auch. Und ganz ehrlich, diese Comics sind eher für Sechsjährige. Und Teil des Marvel-U. sind sie sowieso nicht, also eigentlich für'n A... .
Oh, und dann gibt es noch die Ultimate Comics. "Ulimate Spider-Man", "Ultimate X-Men", "Ultimate Fantastic Four" und "The Ultimates" bilden ein eigenes Universum und müssen sich nicht mit 40 Jahren Marvel-Historie rumschlagen. Und diese Hefte sind dann auch als "All Ages" gewertet. Naja, bis auf "The Ultimates", die Serie ist zu erwachsen, die ist "Teens & Up". Und eigentlich sind "Ultimate Fantastic Four" und "Ultimate X-Men" auch hart an der Grenze. "Ultimate Spider-Man" ist ziemlich durchwachsen. Der Dialogwitz ist eigentlich auch eher für Teenager amüsant, aber einen Zwölfjährigen werden sie nicht vom Hocker hauen. Okay, die Action ist ziemlich gut und relativ jugendfrei. Aber das war's auch schon.

Versteht mich nicht falsch, ich liebe solche komplexen, hintergründigen und harten Geschichten. Aber ich bin auch nicht die Zielgruppe. Erwachsene sollten nicht die Zielgruppe von Superheldencomics sein. Wisst ihr, wie schwer es ist, einen Erwachsenen dazu zu bringen, einen Superman-Comic zu lesen?! Verdammt schwer. Jedenfalls, wenn er nicht sowieso schon in der Szene ist. Wenn Superheldencomics sich auf Erwachsene Leser konzentrieren, wird die Leserzahl unweigerlich schrumpfen. Und zwar immer mehr.
Und generell, wer sagt, dass man erwachsene Leser nicht auch mit kindlicheren Geschichten unterhalten kann? Die Comics aus den 40er, 50er und 60er Jahren finden auch unter erwachsenen Lesern, die sie nicht schon als Kind verschlungen haben, Anklang. Die Japanische Tokusatsu hat meistens Kinder als Zielgruppe, Ultraman und Super Sentai ganz besonders. Aber wisst ihr, wie viele Fans erwachsen sind?! Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Ultramans kindlichnaiver Charme eine sehr unterhaltende Wirkung hat. Auch auf Erwachsene. Dort scheint es auch nie ein Problem bezüglich der Zielgruppe gegeben zu haben.

Joe Quesada, Dan DiDio, Geoff Johns, Brian Bendis und die ganzen anderen Comicstars sollten sich vielleicht mal daran erinnern, für wen die Comics eigentlich gedacht sind. Und vor allem keine Sorgen wegen irgendwelcher Kritiker im Internet zu haben, die alles, was nicht eindeutig für Erwachsene ist, gnadenlos verreissen.

Faith manages,

Kai "the spy"
20.12.06 22:05
 


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